Monika Neumann: Das Gebet zweier Wolken

Das alte verblichene Papier wundert sich, ist fast schon verblüfft, denn die Hände, die es greifen und nahezu zärtlich die Seiten abtasten, um den Lippen das inbrünstige Gebet zuzuflüstern verstreuen einen seltsamen Duft. Sie duften so anders, irgendwie metallisch, lebendig und zugleich tot. Ein bisschen wie Feuer, wie Glut, wie eine Flamme, die das Herz, den Geist und die verzweifelten Schreie auffrisst. Ein bisschen, wie eine bittere, salzige Träne, die Staub, Schmutz und Blut vom Gesicht abwischt. Ein bisschen, wie eine mit Leben pulsierende Flüssigkeit, deren rote Farbe sich in weise Leinen reinfrisst und in der Erde, wie warmer Mairegen, schwindet. Worte sprudeln aus den Lippen und schweben hoch zum bewölkten Himmel. Sie suchen zwischen den am Firmament wirbelnden grauen Massen einen Ausweg in die blaue Weite. Unterwegs treffen sie auf viele andere Worte, die ebenso inbrünstig geflüstert, ebenso aus alten verwunderten Gebetbüchern entnommen sind. Sie sind so anders und dennoch so ähnlich, denn das Feuer, das in den Herzen all der flüsternden Menschen lodert, ist stets gleich. Sie bitten stets um das Gleiche. Sie beten für sich, für ihre Nächsten, für dieses kleine Stück Heimat, das sie so sehr lieben.

-Ojcze nasz, któryś jest w niebie…

-Geheiligt werde dein Name…

-Przyjdź Królestwo Twoje…

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-Dein Wille geschehe…

-Jako w niebie, tak i na ziemi…

-Unser tägliches Brot gib uns heute…

-I przepuść nam nasze winy…

-Wie auch wir vergeben unsern Schuldigern…- flüstern die in uralten Regalen aufgestellten Bücher. All den Flugblättern, Zeitungsartikeln und Aufrufen, die das Gebet in zwei zerreißen wollen, trotzend, schauen sie gemeinsam auf die Hände, die zwischen den verblichenen, schon gelben Seiten Hoffnung und Trost suchen.

Dej pozōr tyż:  Soika & Bartodziej: Powrót panów

Gleich werden die Gebetbücher zur Seite geworfen. Das Gebet, das die Herzen verband, wird mit falschem Flüstern, wunderbaren Versprechen und trügerischen Hoffnungen, die von so vielen Flugblättern in so vielen Sprachen  den Menschen zugesandt werden, verlieren. Das Gebet wird dahinschwinden. Die inbrünstige Gebete flüsternden Lippen werden in dünne Streifen zusammengepresst und zwei mit der gleichen Hoffnung schlagenden Herzen werden sich auf verschiedenen Seiten der Front gegenübergestellt. Diese Hoffnung wird durch die Welt auseinandergerissen werden, denn diese Welt wird nicht in der Lage sein, diese Menschen und diese Erde, von etwas so unfassbarem, ja  unmöglichem durchdrungen, zu verstehen. Denn wie soll man es begreifen, dass sie, aus der gleichen Saat, derselben Erde stammend, zusammen das Blau des Regens und das Gold der Sonne trinkend, so anders und doch in wunderbarer Harmonie blühen. So kann es nicht sein. So kann es die Welt nicht hinnehmen.

Deswegen, zur Verzweiflung der alten Gebetbücher, nimmt die Welt ihr Bajonett und sticht pflugähnlich in diese Erde, um die Saat zu teilen, die einen von den anderen, sie sticht tief und scharf, so fest, dass das kleine Stück Erde anfängt blutige Tränen zu weinen. Sie weint um all diejenigen, die von Hass vergiftet in die tiefen, blutenden Gräben fallen. Die Gebetbücher weinen mit. Ihre Tränen kullern der großen Tragödie, dem großen Unverständnis, den damals und heute Stück für Stück gebrochenen Herzen und schließlich der geteilten Hoffnung entgegen.

Dej pozōr tyż:  Na gōrnoślōnskich szportplacach, 11.10.2020

Polnische Version hier.

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Mōnika Neumann

„Te ôpolske dziołchy, wielkie paradnice, kŏzały se posyć cerwone spōdnice…” Monika Neumann czerwonej spódnicy jeszcze nie posiada, ale ôpolskōm dziołchōm jest z krwi i kości. Jest absolwentką Instytutu Filologii Germańskiej w Opolu i już za bajtla odkryła w sobie szczególne upodobanie do historii o tym, jak na jej małym skrawku Ślōnska bōło piyrwej.

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