Ein Dankesbrief an die Lufthansa

Liebe Lufthansa, besonders ihr Piloten,
an euch richte ich nun diese Dankesworte.

ohne euch wäre ich nicht so schnell nach Dortmund gekommen. Eine Stadt, in der ich bislang noch nie zuvor war. Ich hätte nie solch ruhige vergangene Tage gehabt, an denen ich reflektieren musste und die Sinnlosigkeit des Lebens zum Vorschein kam, denn alles Geplante und zu Vollbringende nicht mehr in Heidelberg, sondern in Oberschlesien auf mich seit 5 Tagen wartete.

Dank euch verpasste ich als Doktorand die Teilnahme an der 20. Internationalen Tagung im Oberschlesischen Eichendorff-Zentrum in Lubowitz. So entging mir auch die Möglichkeit zum Austausch und zur seltenen Gage, denn als Doktorand und Freiberufler gehöre ich zu den Geringverdienern des Landes mit überspitzten Qualifikationen, deren Bankkonto oft den Wintertemperaturen gleicht, wie jenen am 15. Dezember 2022. Hierfür ein erneut zu betonendes Dankeschön! Ich gehe davon aus, dass ihr besonders diesen Punkt nachvollziehen könnt.

Dank euch und dem Lufthansa-Kundenservice habe ich nicht nur zusätzliche Kosten dazugewonnen wie ungeplante Zugfahrten, verlorene Zeit, eine Nachtrückfahrt nach Hause und später wieder zum Flughafen, ohne dass diese Fahrten einen tieferen Sinn ergeben hätten. Doch besonders danke ich euch für die Telefonkosten, um bei eurer Hotline mehrmals anzurufen und zu warten, und eine Umbuchung zu erhalten, die mir zunächst für die Zeit nach der Konferenz in Lubowitz ausgestellt wurde – immerhin etwas! Doch umso dankbarer bin ich euch für eure selbständige und spontane Entscheidung mit nach Wien schicken zu wollen, sogar mit aufgezwungener Übernachtung, ohne mich jedoch über diese Umbuchung in Kenntnis gesetzt zu haben. Ihr wolltet mir nicht nur eine schöne Zeit an verschiedenen Flughäfen bescheren, sondern mich als Geringverdiener kurz vor Weihnachten und Jahresende, meines restlichen Geldes entbehren. Die Übernachtungskosten müsste ich ja zunächst selbst tragen, bei einem derartigen Spontanurlaub in einer der teuersten Hauptstädte Europas. Herzlichen Dank hierfür, dass ihr eure beruflichen Positionen kurz vor Weihnachten, ohne Vorankündigung und Vorwarnung, zur Geltung gebracht habt, zudem auf Kosten von denen, die eh vom System nicht genug gefördert werden.

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Wie sich doch der Mensch irren kann, wenn er glaubt – sich auf der Zuverlässigkeit dieser Fluggesellschaft stützend – er könne durch eine frühzeitige und günstige Buchung den eingeplanten Terminen nachgehen, die Arbeitstage in den Wochen davor anpassen und durch vorgeschobene Überstunden sich die Teilnahme an der Konferenz zu ermöglichen, auch wenn man dafür gesundheitlich ein wenig einbüßen musste. Sogar das Gefühl von Glück, man habe nun Wochen zuvor ein – für Lufthansa-Verhältnisse günstiges, doch für die eigene Geldbörse weiterhin überteuertes – Flugticket ergattert, erwies sich als irrtümlich. Der Mensch dacht‘, der Gott lacht. Ja, ich weiß. Alles glaubte man richtig getan zu haben, bis schließlich eure spontanen Urlaubsvorschläge jegliche der gemachten Pläne zunichtemachten. Eigentlich ein sehr schönes Geschenk euerseits, mich nachsinnlich stimmen zu wollen, wo man sich doch sonst im tiefen Sog vieler Pflichten befand und es doch bald weinachten sollte! Welch Dummkopf ich war, voll von kapitalistischer Sinngebung getragen, kurz vor diesen herrlichen Tagen! Ihr habt dies äußerst ergiebig zu ändern gewusst. Merci beaucoup!

Bei dieser Gelegenheit nachsinnend kam ich zum Entschluss mich nicht mehr nach Schemen und vorgegebenen Mustern leiten zu lassen. Aus dem Grund kam ich zur Besinnung, dass es ja ebenso schemenhaft wäre, eure Dienste weiterhin in Anspruch zu nehmen, was ich ja ohnehin schon mit dieser von mir ungewollten Lebensberatung zu sehr beansprucht habe, indem ich euer Geschenk der aufgezwungenen Reflexionstage, schlechte Beratung durch Chat-bots und keine Möglichkeit zur persönlichen Kontaktaufnahme in den darauffolgenden Tagen angenommen hatte.

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Ihr halft mir dabei, mich umzuschauen, um schnellere Alternativen zu finden: von der Bahn, über Mitfahrgelegenheiten bis hin zu Busfahrten. Doch letztlich konnte ich den Genuss der Billigflüge von Wizzair – der pinken Flugkraft am Himmelszelt, die uns die tristen Wintertage mit buntgemalter rosa Farbe zu einem wohligen Wärmegefühl ums Herz verhalf – viel schneller kommen als von euren weißen Fliegern mit dem gelb versehenen kleinen Storch oder Kranich im Logo, die man bei Schneewetter nur schwer von der Umgebung unterscheiden kann, besonders, wenn der Geist reflektiert und aufgrund von alternativen Planungen und Entscheidungen geplagt nicht viel genießen kann.

So kam es auch schließlich dazu, dass ich die Gefilde des Ruhrgebietes bestaunen durfte, die Pracht eines der größten Ballungsräume Europas, die mich besser auf die oberschlesische Industrie-Landschaft und den Landeflughafen in Kattowitz stimmen ließ als eine reibungslose Landung direkt neben der Autobahn vor den Toren des viel zu schönen Krakaus.

Keine Sorge, liebe Lufthansa-Crew – ich verdanke euch viel und wünsche euch, wie auch mir selbst, eine bessere gemeinsame Zukunft im Neuen Jahr, falls es noch dazu kommen sollte, dass sich unsere Wege ein erneutes Mal überschneiden. Ich hoffe, euren Heiligabend habt ihr bei eurer liebsten Freizeitbetätigung verbracht – dem Streiken, dessen Vorgeschmack ihr ja bereits Mitte Dezember fleißig geübt hattet, nur dass ihr diesmal eure Kunden frühzeitig über eure Aktivitäten informiert hattet, sodass diesmal ausschließlich die Begeisterungsfähigen sich dazugesellt hatten, anders als die tausenden in Stich gelassenen Fluggäste mit Kindern, älteren Personen und allen anderen mit unzähligen Lebensumständen, die euer Leid nicht recht begreifen konnten, in den Tagen zwischen dem 15. und 19. Dezember Anno Domini 2022.

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Nachträglich: Frohe Weihnachten, Frohe Chanukka und fröhliches Streiken in der gewerkschaftlich organisierten Alleinsamkeit, doch diesmal ohne betroffene Kunden!

Zu Ende reflektiert fürs Jahr 2022.

Adam Peter Kubik
Mitglied der SAAV

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