Oberschlesien emanzipiert sich… – Teil 4: Oberschlesische Persönlichkeiten

Fußballspieler und Sportler

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Nicht zu vergessen sind die vielen Sportler und Fußballspieler wie z.B. Theodor Peterek (1910-1969) aus Schwientochlowitz, Gerhard Wodarz (1913-1982) aus Bismarckhütte (seinen Namen musste er ab 1922 „Gerard“ schreiben) und Ernst Willimowski (1916-1997), geboren als Ernst Otto Prandella aus Kattowitz. Prandella ist der einzige Spieler, der als Torschütze sowohl gegen Deutschland (am 9. September 1934 beim 2:5 in Warschau) als auch für Deutschland erfolgreich war (13 Tore in 8 Spielen). Diese drei Spieler bildeten den erfolgreichsten Sturm in der Geschichte der obersten polnischen Liga. Vor allem dank diesen „drei schlesischen Könige“ wurde Ruch Chorzów zwischen 1933 und 1938 fünfmal polnischer Meister.

Weitere „legendäre“ Fußballernamen sind Adolf Krzyk 1907 aus Ostrau, Edmund Giemsa 1912 aus Ruda, Leonard Piontek 1913 aus Königshütte, Erwin Nytz 1914 aus Kattowitz, Ewald Dytko 1914 aus Kattowitz, Georg Wostal 1914 aus Königshütte/Chorzów, Richard Kubus 1914 aus Gleiwitz, Edward Cebulla 1917 aus Schwientochlowitz, Werner Janik 1920 aus Hindenburg/Zabrze, Ernst Pohl 1932 aus Ruda (nach ihm ist sogar das Stadion in Hindenburg Górnik Zabrze benannt) Adolf Thiem, Anatol Muschalla, Gerard Cieschlik, und die Brüderpaare Richard und Paul Malik und Richard und Wilhelm Pietz.

Miroslav Klose, fot. Laszlo Szirtesi
Miroslav Klose, fot. Laszlo Szirtesi

Kicker jüngeren Datums sind Marcel Witeczek 1968 aus Tichau, Martin Max 1968 aus Tarnowitz, Dariusz „Darek“ Wosz 1969 aus Deutsch Piekar, Darius Kampa 1977 aus Kandrzin-Cosel, Miroslav Klose 1978 aus Oppeln, Raphael Schäfer 1979 aus Kandrzin-Cosel, Paul Freier 1979 aus Beuthen, Lukas Podolski 1985 und Sebastian Boenisch 1987 beide aus Gleiwitz.
Bundesligatrainer aus Oberschlesien sind Georg Gawliczek 1919 aus Schillersdorf (Kreis Ratibor) und Egon Piechaczek 1931 aus Königshütte Arthur Bialas, 1930 aus Ratibor, war Trainer in der DDR-Oberliga ebenso wie Eduard „Ede“ Geyer, 1944 aus Bielitz, der es außerdem zum DDR-Nationaltrainer brachte. Weitere Trainer sind Rudolf „Rudi“ Wojtowicz 1956 aus Beuthen und noch aktiv Franz Smuda 1948 Ludomia (Kreis Losau), beide 2014 noch aktiv.
Weitere Sportler aus Oberschlesien sind Ewa Wiśnierska (*1971), Gleitschirmpilotin aus Neiße, Aleksander Polaczek (*1980) aus Oppeln und Adrian Grygiel (*1983) aus Kattowitz, beide Eishockeyspieler. Die Tennisprinzessin Sabine Lisicki (*1989) mischt zurzeit die Tenniswelt auf. In Troisdorf, Nordrhein-Westfalen geboren, waren ihre Eltern 1979 als (Spät-)Aussiedler aus Oberschlesien gekommen.

Wissenschaftler

Konrad Bloch

Fast ein halbes Dutzend Nobelpreisträger stammen aus Oberschlesien. Otto Stern (1888-1969) aus Sohrau (Żory) erhielt 1943 den Nobelpreis für Physik. Maria Goeppert-Mayer (1906-1972) aus Kattowitz erhielt 1963 einen weiteren Nobelpreis für Physik. Kurt Alder (1902-1958) aus Königshütte erhielt 1950 den Nobelpreis für Chemie. Konrad Bloch (1912-2000) aus Neisse erhielt 1964 den Nobelpreis für Medizin. Georg Bednorz, geboren 1950 als Sohn oberschlesischer Eltern, erhielt 1987 den Nobelpreis für Physik.
Johannes Winkler (1897-1947) aus Bad Carlsruhe war einer der ersten Raketenpioniere, er startete 1931 bei Dessau die erste europäische Flüssigkeitsrakete. Nach der Mitgründung des Vereins für Raumschifffahrt (VfR) 1927 in Breslau führte er erste Untersuchungen an einem Antriebsapparat für flüssige Brennstoffe durch und prägte dafür den Begriff „Strahltriebwerk“.

1945 bis 1947 verfasste Winkler Berichte über seine Raketen-Forschungen für die Royal Air Force. Im Jahre 1970 wurde ein Krater auf der Rückseite des Mondes nach ihm benannt (42°N, 179°W). Seit 1976 wird seine Leistung für die Raumfahrt durch die Aufnahme in die „International Space Hall of Fame“ in Alamogardo/New Mexico gewürdigt.
Reinhold Olesch (1910 in Zalenze/Kattowitz – 1990 in Badorf/Brühl) war ein deutscher Slawist und Sprachwissenschaftler. Olesch war ordentlicher Professor für Slawische Philologie und Direktor des Slawischen Instituts der Universität zu Köln. Sein Interesse galt insbesondere den „kleinen“ slawischen Sprachen und Dialekten. Olesch erforschte ebenfalls die ausgestorbenen westslawischen Sprachen, wie das Dravänopolabische.
Seine wissenschaftlichen Verdienste wurden anlässlich seines 100. Geburtstags (2010) in einer Gedenkfeier mit Vorträgen an der Universität Köln gewürdigt.

Theologen und Seelsorger
Dr. Johann Dzierzon (1811-1906) aus Lowkowitz war ein schlesischer Priester, wurde aber hauptsächlich durch sein Wirken als Bienenforscher bekannt. Schon 1857 nannte man ihn „schlesischer Bienenvater“.
Gregor Johann Mendel (1822-1884) wurde in Heinzendorf, heute ein Ortsteil von Vražné bei Odrau, geboren. Er war ein katholischer Priester und bedeutender Naturforscher, der die nach ihm benannten Mendelschen
Regeln der Vererbung entdeckte. Er wird daher oft auch als „Vater der Genetik“ bezeichnet.
Eva von Tiele-Winckler wurde 1866 auf Schloss Miechowitz in Beuthen geboren und ist 1930 auch dort verstorben. Die Diakonisse und weithin besser als „Mutter Eva“ bekannt, ist sie erst Dienerin Oberschlesiens. Durch ein frühes Erweckungserlebnis entschied sie sich, den Armen und in Not geratenen Menschen zu helfen. Schon früh gründete sie in ihrer Heimat ohne Unterstützung des vermögenden Vaters eine eigene diakonische Einrichtung für Arme und Alte, Behinderte und Nichtsesshafte, den „Friedenshort“. Einen wichtigen Aufgabenbereich sah sie darin, heimatlosen Kindern eine Heimat zu schaffen. Eva von Tiele-Winckler und ihre Mitschwestern vertrauten dabei auf die geborgenheitsstiftende Kraft von Frauen und ihrer gestalteten Gemeinschaften, der sie den Namen „Heimat“ und nicht „Familie“ gaben. Sie war publizistisch tätig und verfasste Schwesternbriefe, religiöse Betrachtungen, Bibelauslegungen, Erfahrungstexte, Spruchweisheiten, Gedichte und geistliche Lieder. Ihre geistliche Betrachtung: „Die Liebe muss lieben, sonst stirbt sie. Sie muss geben, sonst wird sie arm.“

In dem mehrheitlich katholischen Oberschlesien wurde Walter Mixa 1941 in Königshütte geboren. Er war von 1996 bis 2005 Bischof von Eichstätt und von 2005 bis 2010 von Augsburg. Der Erzbischof und Seelsorger Alfred Nossol (*1932) blieb seiner Heimat Oberschlesien und Broschütz, Landkreis Neustadt, treu. Der Theologe und Brückenbauer in Person, verkörpert wie kein anderer die deutsch-polnische Versöhnung und die für das Zusammenleben in Europa beispielhafte Integration von Minderheiten.

Abenteurer
Einer der schillerndsten Persönlichkeiten aus Oberschlesien ist Isaak Eduard Schnitzler (1840- 1892) der als Emin Pascha oder Mehmed Emin Paşa in die Geschichte einging. In Oppeln geboren, ist sein Schicksal mit Afrika verbunden. Der Forscher und Gouverneur der sudanesischen Provinz Äquatoria diente unter anderem den Figuren Karl Mays als Vorbild.
Der aus Neiße stammende Bernard Grzimek (1909-1987) war einer der bekanntesten Zoologen und Publizisten in Westdeutschland. Von 1965 bis 1980 produzierte er für die ARD die Fernsehserie „Ein Platz für Tiere“. Dem
langjährigen Direktor des Frankfurter Zoos wurde neben vielen anderen Auszeichnungen und Ehrungen 1960 der Oscar für den Dokumentarfilm „Serengeti darf nicht sterben“ verliehen.

Industrielle
Oscar Troplowitz aus Gleiwitz (1863–1918), der Erfi nder der Nivea-Creme, war Apotheker, Unternehmer und Kunstmäzen. Mit seinem Namen sind das Unternehmen Beiersdorf und weitere Produkte wie Leukoplast-Pfl aster, Tesa-Film oder der Labello untrennbar verbunden.
Karl Godulla (1781-1848) wurde in Makoschau einem Stadtteil von Zabrze, geboren. Godulla war ein Großindustrieller und wurde der preußische Zinkkönig genannt. Er galt als einer der Pioniere der Entwicklung Oberschlesiens zum deutschen Bergbau- und Industriezentrum. Aus bescheidenen Verhältnissen erwuchs ein Imperium heran, die Gräfl ich Schaffgotsche Grubenverwaltung. Nach ihm wurde der Rudaer Ortsteil Godullahütten (heute zu Ruda Śląska) benannt.

Graf Georg von Arco (1896-1949) war Mitbegründer des Unternehmens Telefunken (seit 1967 Teil der AEG, denn der Daimler-Benz AG), er wirkte federführend an der Entwicklung leistungsstarker Sendeanlagen und war maßgeblich an der Erforschung und Entwicklung der Hochfrequenztechnik in Deutschland beteiligt.
Der Freigeist schloss sich in der Zeit des Ersten Weltkriegs der pazifistischen Bewegung an und war Gründungsmitglied und Vorsitzender des Bundes Neues Vaterland. Graf von Arco ist in Groß Gorschütz / Gorzyce bei Ratibor gebürtig.

Journalisten und Politiker
Friedrich Nowottny, 1929 in Hindenburg geboren, ist Journalist und ehemaliger Intendant des Westdeutschen Rundfunks Köln (WDR). Wegen seiner witzig-ironischen Berichterstattung und Schlagfertigkeit vor allem in Interviews mit Politikern gehörte er zu den beliebtesten Fernsehjournalisten und verhalf dem Politikjournalismus zu großer Popularität. Als legendär gilt ein Interview mit Willy Brandt mit langen Fragen und kurzen Ja-/Nein-Antworten. Berühmt wurde auch der häufig benutzte Einleitungssatz „Wissen Sie, Herr Nowottny…“ von Karl Schiller, Bundeswirtschaftsminister, bei Antworten auf Interviewfragen.

Bascha Barbara Mika 1954 aus Comprachtschütz, ist eine deutsche Journalistin und Publizistin, seit April 2014 ist sie Chefredakteurin der Frankfurter Rundschau. Sie war von 1999 bis 2009 Chefredakteurin der taz. 1959 siedelte sie mit ihrer Familie in die Bundesrepublik Deutschland über und zog nach Aachen. Sie studierte Philosophie, Germanistik und Ethnologie in Bonn und Marburg. Während des Studiums arbeitete sie als freie Mitarbeiterin bei verschiedenen Zeitungen, bevor sie mit Anfang 30 Journalismus zu ihrem Hauptberuf machte.

Prälat Carl Ulitzka (1873 Jernau/Leobschütz – 1953 Berlin/Karlshorst) war ein römisch-katholischer Priester, 1920-1933 Reichstagsabgeordneter, Vorsitzender der oberschlesischer Zentrumspartei und als entschiedener Vertreter der prodeutschen Bewegung und damit ein Gegenspieler von Adalbert Korfanty, verzichtete aber im Gegensatz zu Korfanty auf die Anwendung von Gewalt. Man kann Ulitzka den Vater der Provinz Oberschlesien nennen. Im Volksmund hieß er rühmend, aber auch gelegentlich ein wenig kritisch-distanziert der „ungekrönte König Oberschlesiens“.
Seine größte politische Leistung war sein Engagement zum Aufbau einer eigenständigen Provinz Oberschlesien, die im Oktober 1919, nach dem Ersten Weltkrieg, aber noch vor dem zweiten und dritten Polnischen Aufstand in Oberschlesien (1920 bzw.1921) erreicht wurde. In Breslau wurde er von Kardinal Adolf Bertram 1922 zum Ehrendomherrn ernannt, 1926 von Papst Pius XI. zum Hausprälaten.

Josef Koždoň (1873 Ober Lischna – 1949 Troppau) war ein schlesischer Politiker und von 1923 bis 1938 Bürgermeister Tschechisch Teschen. Der Oberlehrer wurde 1909 in den Troppauer Landtag gewählt und machte sich für die Autonomie stark. Koždoň wurde am 30. November 1918, als seine Heimatstadt noch von Polen kontrolliert wurde, verhaftet und im Krakauer Militärgefängnis vier Wochen lang interniert, wie später
auch seine Frau und andere Aktivisten. Schon ab 1918 unterdrückte Polen also die schlesischen Organisationen. Josef Koždoň zog sich nach seiner Freilassung nach Troppau (damals Tschechoslowakei) zurück. Der regionale Einfluss der Schlesier wurde 1928 auch in der ČSR verringert, als ihr Gebiet an Mähren angeschlossen wurde, wogegen sie mit dem Wahlspruch „Schlesien den Schlesiern!“ protestierten. Durch Teilung und Assimilierungsdruck besonders auf polnischer Seite identifizierten sich in den Volkszählungen von 1930 nur noch ca. 25.000 Personen als schlesisch. Auf dem Friedhof in Tschechisch Teschen wurde für Josef Koždoň ein symbolisches Ehrengrab errichtet.
Eduard Pant (1887-1938) geboren in Witkowitz bei Mährisch Ostrau, war Journalist, führender Politiker der deutschen Katholiken Polens in den 1920er und 1930er Jahren und von 1927 bis 1938 Vorsitzender der Christlichen Deutschen Volkspartei.
Für diese war er 1922 bis 1935 Abgeordneter im Schlesischen Sejm und 1928 bis 1935 polnischer Senator. Pant wehrte sich gegen die Entmachtung und Gleichschaltung der deutschen Katholiken wie auch der deutschen Minderheit in Polen und setzte sich für eine engere Zusammenarbeit mit Polen ein.

Kazimierz Kutz, geboren 1929 in Kattowitz, ist schlesische Filmregisseur und Politiker und gilt als einer der geistigen Väter der oberschlesischen Autonomiebewegung. In seinem künstlerischen Schaffen thematisiert er
immer wieder seine oberschlesische Heimat. In seiner eher propolnischen Schlesische Trilogie beschreibt er die oberschlesischen Bergarbeiter.
Nach der politischen Wende 1998/90 nahm er die kommunistische Vergangenheit des polnischen Staatssicherheitsdienst SB aufs Korn. 2007 errang er für die liberalkonservative Bürgerplattform (PO) ein Sejm-Mandat und zog 2011 erneut als Unabhängiger für den Wahlkreis Kattowitz in den Senat ein. Wiederholt kritisierte er die Politik Warschaus gegenüber seiner Heimatregion Oberschlesien. Offen unterstützt er die Schlesische
Autonomiebewegung (RAŚ).

Ende des 4. Teiles

(Teil 1,Teil 2 und Teil 3 hier)

Die beiden Hauptautoren dieser Broschüre sind Robert Starosta und Lukas Mo

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